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Ringen - RINGEN - „Ich setze mir mit unserer Mannschaft gerne ambitionierte Ziele.“

RINGEN - „Ich setze mir mit unserer Mannschaft gerne ambitionierte Ziele.“

Dienstag, 05.09.2017 um 08:58 Geschrieben von Christian Lehmeyer

Da die Ringersaison schon wieder vor der Tür steht, wollte die Vorstandschaft des SCO wissen, wie der Stand bei unseren Ringern ist. Dazu stand unser Co-Trainer Patrik Fanderl Rede und Antwort.

 

Servus Patrik, erstmal noch einmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Bronzemedaille bei den Deutschen Männermeisterschaften.

Fanderl: Vielen Dank.

Diese Medaille ist ja nicht nur für dich persönlich der größte sportliche Erfolg, sondern auch der größte Erfolg in der Geschichte unserer Ringerabteilung? Was bedeutet dieser Erfolg für dich?

Fanderl: In erster Linie ist die Medaille ein kleiner Lohn für den Trainingsaufwand in den vergangenen Jahren. Auch wenn ich mir bewusst bin, dass ich vielleicht ein bisschen Losglück hatte, freue ich mich nichtsdestotrotz über den Erfolg.

Du bist ja nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Peter Engelhardt nicht mehr nur Ringer, sondern jetzt auch Co-Trainer im Verein. Was versuchst du den Jungs, vor allem im Freistil, mitzugeben, dass sie noch erfolgreicher sein können?

Fanderl: Zunächst ist der Ausdruck „Co-Trainer“ vielleicht noch etwas zu hoch gegriffen, da ich lediglich die Trainingseinheiten übernehme, in denen unser erfahrener Coach Bernd Rieger verhindert ist. In diesen Trainingseinheiten versuche ich vor allem Techniken zu zeigen, die auch bei mir ganz gut funktionieren. Außerdem baue ich gerne Teile aus dem guten Training des Bundesligisten Johannis Nürnberg, das ich des Öfteren besuche, mit ein. 

Seit dieser Saison trainieren auch einige hoffnungsvolle Eigengewächse im Seniorenbereich mit. Wie siehst du deren Entwicklung? Was dürfen wir in nächster Zeit von ihnen erwarten?

Fanderl: Am nähesten am Bayernligateam dran ist sicherlich Lukas Leinweber, der eine gute Einstellung mitbringt und auch über das normale Training hinaus im Fitnessraum an seiner körperlichen Verfassung arbeitet. Auch wenn es für ihn sicher nicht leicht wird, kann ich mir durchaus vorstellen, dass er auch in der Bayernliga Kämpfe gewinnen kann. Auch die anderen Nachwuchsringer, die heuer vor allem in der Zweiten Mannschaft Erfahrungen sammeln sollen, zeigen durchaus gute Ansätze. Zukünftig wird sicher auch Felix Leinweber ein Kandidat für die erste Mannschaft sein.

Neben den Eigengewächsen hat sich der SCO ja auch weiterhin namhaft verstärkt. Wie schätzt du die Neuzugänge sportlich ein?

Fanderl: Sehr gut, da die meisten Neuzugänge schon in irgendeiner Weise bekannt sind. Jeffrin Mejia, Kevin´s Bruder, war letztes Jahr schon als Trainingsgast bei uns und hat einen starken Eindruck hinterlassen. Außerdem kommt mit Alex Horst ein erfahrener Bayern- und Oberligaringer von Penzberg zu uns. Auch Pascal Hampel ist ein alter Bekannter, der eine große Verstärkung in der 86 kg Freistil Klasse ist.

Nachdem es in dieser Saison nur mehr die Erste Bundesliga gibt und die Bayernliga mittlerweile die dritthöchste Liga im deutschen Ringen ist, scheint sich auch die Stärke der Mannschaften verbessert zu haben. Wie schätzt du die Qualität der Bayernliga ein?

Fanderl: Ich glaube, dass sich die Liga im Vergleich zum letzten Jahr etwas verbessert hat. Viele Mannschaften haben sich gezielt verstärkt. Ein gutes Beispiel dafür ist sicherlich der dritte Olympiasieger Gabor Hatos, der in der kommenden Runde für den TSC Mering antritt. Insgesamt ist die Bayernliga, denke ich, recht ausgeglichen. Es gibt keine „schwachen“ Mannschaften. Deswegen sollte es uns möglichst oft gelingen, die beste Mannschaft auf die Matte zu bringen, um erfolgreich sein zu können.  

Mit dem SV Mietraching und vor allem dem langjährigen Bundesligisten SC Anger kommen namhafte Mannschaften hinzu. Wie schätzt du diese Gegner ein?

Fanderl: Der SV Mietraching ist für mich schwer einzuschätzen, da der Verein in den letzten Jahren nie bei uns in der Liga war. Ich weiß nur, dass sie mit Florian Lederer ein sehr guter Ringer in Richtung Hallbergmoos verlassen hat. Anders ist es mit dem ehemaligen Bundesligisten SC Anger, der einen Teil seines Bundesligakaders behalten konnte und neben einigen international erfahrenen Athleten auch sehr gute Eigengewächse in seinen Reihen hat. Erwähnenswert ist hier vor allem Benedikt Argstatter, der in diesem Jahr Zweiter Deutscher Männermeister im Freistil bis 86 kg geworden ist. Deswegen glaube ich, dass es für alle Mannschaften schwer sein wird, Anger zu schlagen.   

Mit welchen Zielen gehst du mit dem SCO in die kommende Runde?

Fanderl: Ich persönlich versuche natürlich immer, möglichst viele Kämpfe zu gewinnen beziehungsweise gegen Spitzenleute möglichst wenige Punkte abzugeben, da man ja schon öfter gesehen hat, dass es oft auf einen Punkt mehr oder weniger ankommen kann. Was die Mannschaft betrifft, wäre es schön, unter die Top 3 zu kommen. Natürlich darf sich dann kein Siegringer verletzen und wir müssten immer mit der besten Aufstellung ringen. Wenn es uns glückt, taktisch gut aufzustellen und die beiden Ausländerplätze richtig zu vergeben, dann können wir dieses Ziel vielleicht erreichen, auch wenn es bei der Qualität der anderen Mannschaften sehr schwer werden wird.

Seit dieser Saison gibt es ja auch neue Gewichtsklassen. Mit den neu geschaffenen Klassen 71kg und 80 kg sind die Gewichtssprünge zwischen den Klassen nicht mehr so groß. Kommt uns diese Umstellung entgegen?

Fanderl: Meiner Meinung nach spielt es keine große Rolle, denn wir können die beiden Gewichtsklassen besetzen und wie es aussieht, scheinen das die anderen Mannschaften auch zu können, so dass die neue Einteilung weder Vor- noch Nachteile für uns bringt.

Nachdem du ja im vergangenen Jahr eine fast perfekte Runde mit nur zwei knappen Punktniederlagen gerungen hast, was erwartest du von dieser Saison? Ist für dich ein ähnlicher Durchmarsch möglich?

Fanderl: Da kommt es natürlich immer sehr darauf an, welche Gegner auf mich zukommen. Ich glaube, dass es in den beiden höchsten Gewichtsklassen schwerer als in der letzten Saison wird, da sich einige Vereine vor allem hier mit wirklich guten ausländischen Ringern verstärkt haben. Nichtsdestotrotz versuche ich, wieder so viele Kämpfe wie möglich zu gewinnen.

Einige unserer Ringer haben ja schon in den Pokalkämpfen auf sich aufmerksam gemacht. Wer könnte auch in der Bayernliga für Furore sorgen?

Fanderl: Ich könnte mir vorstellen, dass Lukas (Leinweber) in der Klasse bis 57 kg den ein oder anderen Gegner überraschen wird. Außerdem traue ich auch Thomas Kleesattel zu, der in der Klasse bis 80 kg antreten wird, dass er nach seinen guten Leistungen im Pokal und bei den Bezirksmeisterschaften durchaus in der Lage ist, auch in der Bayernliga mitzuhalten. Allerdings wird es auch bei den beiden darauf ankommen, welche Gegner ihnen gegenüberstehen, aber eine Überraschung traue ich ihnen beiden zu.

Unsere Zuschauer waren ja in der Vergangenheit oft der 11. Mann und verwandelten unsere Halle in einen Hexenkessel. Worauf dürfen sich die Zuschauer in dieser Saison freuen?

Fanderl: Die Zuschauer dürfen sich auf jeden Fall auf eine sehr ausgeglichene Liga mit vielen spannenden Kämpfen freuen. Wir als Mannschaft werden natürlich in den Heimkämpfen versuchen, nochmal doppelt so viel zu geben, um zusammen mit unseren Zuschauern noch den ein oder anderen Heimsieg mehr als in der vergangenen Saison feiern zu können.

Wir wünschen euch eine erfolgreiche und verletzungsfreie Saison. Vielen Dank für deine Zeit!